Kräuter in der Traditionellen Chinesischen Medizin

Mehr als Akupunktur

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) ist in westlichen Ländern hauptsächlich für ihre Akupunktur-Behandlungen bekannt und etabliert. Hierbei soll Linderung oder Heilung bei verschiedenen Leiden wie beispielsweise bestimmten Formen von Migräne mittels Stechen kleinster Nadeln in bestimmte Akupunkturpunkte (Schmerzpunkte) erreicht werden. Insgesamt gibt es um die 400 dieser Akupunkturpunkte, die auf 12 sogenannten Hauptmeridianen liegen. Diese Meridiane erleichtern die Orientierung bei der Suche nach Akupunkturpunkten.

Doch die TCM geht noch weit über die hier bekannte Akupunktur hinaus, ihr Schwerpunkt liegt vielmehr in der Kräuterheilkunde. Meist wird jedoch eine Kombination aus beiden Behandlungsmethoden empfohlen.

China meets Europa

Die chinesische kräuterbasierte Heilkunde erfreut sich großer Popularität in westlichen Ländern, auch in Deutschland werden natürliche Nahrungsergänzungsmittel aus Kräutern der Traditionellen Chinesischen Medizin häufig verwendet. Es gibt ca. 10.000 verschiedene Heilkräuter, die individuell zu 500 Heilmitteln kombiniert werden können. Die Hälfte dieser Heilmittel sind seit 2000 Jahren gebräuchlich und nahezu unverändert überliefert. Pro Jahr werden etwa 2.000 Tonnen chinesischer Heilkräuter nach Europa geschickt, die Tendenz nach derlei veganen Nahrungsergänzungsmitteln steigt stetig.

Die Zunahme des Bewusstseins für Ernährung und die Tatsache, dass immer mehr Menschen auf eine ausgewogene, möglichst naturnahe Ernährung Wert legen, eröffnet neue Möglichkeiten für die TCM. Vor allem als Nahrungsergänzung lehrt sie das Prinzip der 5-Elemente-Ernährung. Die fünf Geschmacksrichtungen werden hierbei durch die Elemente Erde (süß), Metall (scharf), Wasser (salzig), Holz (sauer) und Feuer (bitter) dargestellt. Jedes dieser Elemente ist für einen bestimmten Bereich im Körper zuständig und sorgt für dessen einwandfreie Funktion. Die Einnahme von Kräutern der TCM unterstützt demnach die Elemente in ihrer Tätigkeit und sorgt für Wohlbefinden des Körpers.

Heilung aus Fernost

Bei der TCM handelt es sich um eine Heilkunde, die seit mehreren Jahrtausenden in China betrieben wird. Grundlage ist unter anderem das Prinzip des Yin und Yang. Yin steht in diesem Kontext für Kälte, Nacht, Ruhe, Passivität und Dunkelheit. Das Yang steht dem gegenüber als Hitze, Tag, Erregung, Aktivität, Vitalität und Licht. Es gilt ein Gleichgewicht herzustellen, ist dies nicht gegeben, kann die TCM Abhilfe schaffen.

Kräuter, die in der TCM Anwendung finden, sind beispielsweise Kardamom, Beifuß, Mandarinenschale, Süßholz, Ingwer, Patchuli-Kraut oder Myrrhe. Verwendet werden von diesen Kräutern hauptsächlich Wurzeln, Rinden, Blüten und Blätter. Üblicherweise werden bei der Herstellung eines Heilmittels drei bis sechzehn Heilkräuter verwendet, abhängig von Beschwerde und Patient. Wichtig für die Wirkung jener Heilkräutermischung ist das Aufbereitungsverfahren (paozhi) zu natürlichen Nahrungsergänzungsmitteln durch den Hersteller, Heilpraktiker oder Arzt.

Die individuelle Zusammensetzung dieser unterschiedlichen Heilkräuter versprechen Linderung bei verschiedensten Erkrankungen und Beschwerden. Dazu zählen Magendarmerkrankungen, Atemwegserkrankungen, wie z.B. Asthma, Hauterkrankungen, wie Akne, Gynäkologische Erkrankungen, Infektiöse Erkrankungen wie Erkältungen, Bronchitis, Durchfall sowie Blasenentzündungen. Darüber hinaus kann die TCM als natürliches Nahrungsergänzungsmittel gegen Migräne, Schwindel, Tinnitus, Depressionen oder Rheuma eingesetzt werden.