Nahrungsergänzungsmittel mit Kräutern

Heilmittel mit Geschichte

Kräutermedizin ist die Lehre der Verwendung von Pflanzen als Heilmittel. Die Lehre ist auf allen Kontinenten und in allen Kulturkreisen bekannt und wird seit Jahrhunderten angewandt. Es handelt sich dabei um eine sehr traditionelle Form der Medizin, die auf Überlieferungen und altem Wissen beruht. Seit Jahrtausenden wird die heilende Kraft der Natur genutzt, heutzutage ist die Art der Heilung besonders durch Hildegard von Bingen bekannt. Diese Universalgelehrte des Mittelalters schrieb Bücher und Rezepte über die Heilwirkung von Kräutern, die bis heute nichts an ihrer Aktualität eingebüßt haben.

Das Bild der Kräuterhexe, die mit Korb und Messer durch den Wald streift ist längst veraltet. Durch die steigende Popularität von Vegetarismus und Veganismus sowie dem wachsenden Bewusstsein für Lebensmittel und deren Herkunft wurden natürliche Nahrungsergänzungsmittel, deren Wirkung auf der Lehre der Kräuterheilkund basiert, salonfähig. Dementsprechend nimmt die Nachfrage nach Nahrungsergänzungsmitteln auf pflanzlicher Basis stetig zu. Viele der chemischen Präparate können nicht dieselbe Wirkung erzielen wie es Präparate auf Kräuterbasis können. Aus diesem Grund gewinnt die Phytotherapie zunehmend an Popularität.

Das Ganze wirkt besser als das Einzelne

Pflanzen setzen sich aus vielen verschiedenen Stoffen zusammen. Meist wirken jene Stoffe nur in diesem besonderen Zusammenspiel. Dies konnte in mehreren Studien nachgewiesen werden. In einer solchen Studie untersuchten Forscher das Johanniskraut, welches für seine stimmungsaufhellende Wirkung bekannt ist. Aus dem Johanniskraut wurde der Stoff Hyperforin extrahiert, dem diese antidepressive Wirkung zugewiesen werden konnte. Die Forscher fanden jedoch heraus, dass dieser Stoff allein eine deutlich geringere Linderung der Symptome bewirkt. Demnach können Pflanzen vor allem dann als Heilmittel eingesetzt werden, wenn sie gänzlich zu Medikamenten oder natürlichen Nahrungsergänzungsmitteln aus Kräutern verarbeitet werden.

Dabei gilt jedoch stets zu bedenken, dass Kräuterheilmittel nicht sofort ihre Wirkung entfalten können und lediglich bei leichten bis mittelschweren Fällen einer Erkrankung Anwendung finden. In der richtigen Dosierung und Zusammensetzung jedoch können Kräuterpräparate große Wirkung erzielen. Besonders populär ist die Kräuterheilkunde als vegane Nahrungsergänzung zur Beruhigung der Nerven, zur Linderung von Verdauungsproblemen oder auch bei Konzentrationsschwächen.

Vom Kraut zur Kapsel

Kräuter finden sich in vielen Formen, Farben und Varianten. Verarbeitet werden sie häufig mit dem sogenannten Extraktionsverfahren. Hierbei werden die frischen Kräuter zunächst gehäkselt und danach in einem Perkulator weiterverarbeitet. Ein solcher Perkulator ähnelt in seiner Funktionsweise einer Kaffeemaschine, nur dass hier nicht heißes Wasser, sondern ein Ethanol-Wasser-Gemisch mit den Kräutern vermengt wird. Der dadurch entstandene Drogenauszug ist ein kompensiertes Kräuterelixier, welches zu Kapseln oder Dragees weiterverarbeitet werden kann.

Eine eigene Herstellung von Kräuterzubereitung setzt ein umfassendes Wissen über natürliche Heilmittel, deren Wirkweisen und potentielle Wechselwirkungen voraus.